China 2019 – Tag 24 (18.02.19) Abreise

Heute Morgen musste alles ziemlich fix gehen. Da wir dann nach dem Wecker doch noch kurz 15 Minuten liegengeblieben sind (es war echt sehr schwer aufzustehen in der Gewissheit, dass wir nun mindestens 2 Monate nicht mehr nebeneinander aufwachen werden). Joan hat ein Taxi bestellt, was mich zur Suzhou SIP Railway Station gebracht hat. Dort angekommen musste ich noch ca. 45 Minuten auf den Zug nach Shanghai warten. Chinas Highspeed Trains sind wirklich klasse und vor allem sehr pünktlich! Der Zug fuhr um exakt 07:26 Uhr los und ist nach einem Zwischenstopp um 07:55 Uhr in der Shanghai Hongqiao Railway Station eingetroffen. Von dort ging es weiter mit der U-Bahn Linie 2, welche mich quasi direkt in den Pudong International Airport gebracht hat. An der Haltestelle Guanglan Road muss man umsteigen, die U-Bahn ändert dort ihre Richtung, siehe Tag 1 der Reise! 😉

Zur U-Bahn bleibt zu sagen, dass diese dermaßen proppenvoll war, dass die Türen immer mal nicht mehr zugingen und die Leute sich wie man es tatsächlich immer mal in den Medien sieht regelrecht zusammenpressen. Etwa ab der Hälfte der Strecke wurde es dann ein wenig entspannter und im letzten Drittel hatte ich sogar einen Sitzplatz.

Insgesamt hat der ganze Transfer von Abfahrt des Highspeed Train bis zum Warten auf das Boarding 3h10m gedauert. Das ist insofern relevant, da ich zukünftig öfter die Strecke Frankfurt <-> Suzhou pendeln werde. Die U-Bahnen fahren in Shanghai alle 5 Minuten, was die Reisezeit für die Zukunft damit relativ exakt vorhersehbar macht.
In Zukunft können wir also gerne noch ein wenig länger schlafen, bzw. versuche ich einen Nachtflug zu bekommen.

Das letzte (echte) Chinesische Mittagsmahl

Als erstes, wenn ich wieder zu Hause bin, will ich meine Katzenkinder knuddeln, danach auspacken, einräumen, wegräumen, alle Gerätschaften wieder hochfahren und im Anschluss mit dem großen Entrümpeln weitermachen.

Jetzt wo ich mich im Flugzeug auf dem Rückflug befinde, wird mir klar, dass ich keinerlei Mitbringsel gekauft habe. Bis auf die Geschenke, die ich von Joan und ihrer Familie erhalten habe, der Jacke, die ich mir gekauft habe und einem Teeset für meinen Freund Günter und seine Frau habe ich nichts gekauft.
Das mag zum einen daran liegen, dass ich in China keine dieser sonst üblichen kitschigen Touristenläden, wie ich sie aus anderen Ländern kenne, gesehen habe. Was natürlich auch daran liegt, dass China (noch) kein typisches Tourismusland ist. Die meisten Menschen hier sprechen nahezu kein Englisch und wenn dann zumeist nur ein paar Brocken.
Ein weiterer Punkt ist, wem hätte ich was mitbringen sollen? Mein Stiefvater ist nicht so der Typ für Staubfänger zum Hinstellen, meine Oma hat im Vorfeld dankend abgelehnt (Joans Mutter hat trotzdem einen Schal für sie gekauft), alle meine anderen Freunde wollten nichts Traditionelles haben.
Mit meinen paar Brocken Chinesisch wäre ich wahrscheinlich nicht wirklich weit gekommen, das ist mir auch klar geworden.
Aber, und das ist mein nächstes großes Ziel, das wird sich ändern. Bei meinem nächsten Besuch will ich Busfahren lernen – klingt komisch, aber um eine Buslinie zu finden, muss man in Baidu Maps den Zielort auf Chinesisch eingeben und das ist allein schon eine Hürde für sich!

China 2019 – Tag 23 (17.02.19)

An meinem letzten Tag in Suzhou und dem letzten Tag vor der Abreise werde ich morgens von der Sonne geweckt. Joan ist bereits um 06:45 aus dem Haus gegangen, um zu arbeiten. Ich stehe gegen kurz vor 9 auf und bereite meine letzte Maschine Wäsche in China. Außerdem versuche ich den Check-In für morgen durchzuführen, funktioniert leider nicht!
Ich bin ziemlich traurig, dass ich schon wieder gehen muss. Leider ist die Zeit im Urlaub gerade so vorbeigerast.

Gegen Mittag breche ich zu einer kleinen Tour durch Suzhou auf. Tatsächlich werde ich am Ende des Tages 16Km zu Fuß zurückgelegt haben. Mein bester Freund wollte zu Lebzeiten noch einmal das Feld der Smartphone Fotografie erobern. Da die Stimmung eh schon melancholisch ist, lasse ich meine Kameras bewusst zu Hause und verlasse mich rein auf mein Smartphone. Nach einer knappen Stunde bereue ich die Entscheidung zum Teil, erinnere mich aber an seine Worte und die Challenge mal nur mit dem Handy fotografieren zu gehen. Tatsächlich ist Suzhou gerade für mich als landschafts- und architekturbegeisterten Fotografen ein absoluter Traum. Ich beschließe beim nächsten Mal nur die RX 100 und eine analoge SLR, sowie ein paar Rollen Silbersalz 35 mitzunehmen. Während Joan dann unter der Woche arbeitet, werde ich die Stadt fotografisch erkunden, das wird der Hammer!

Tatsächlich gelingen mir mit dem Smartphone einige Schnappschüsse, zu denen ich mich mit einer Kamera wahrscheinlich nicht hätte überwinden können. Google erstellt sogar ein halbwegs gelungenes Video aus meinen Aufnahmen und untermalt es mit passender Musik.

Als sie mit der Arbeit fertig ist, schickt mir Joan die Koordinaten zu einem Treffpunkt, wo wir zu Abend essen wollen. Ich mache mich auf den Weg und entspannte 45 Gehminuten später (meine Füße brennen jetzt dann doch langsam) kehren wir in einem Restaurant in der Nähe ihrer Schule ein. Es ist ein wirklich tolles Restaurant und zum Abschluss der Reise lassen wir ein letztes Mal ein breites Spektrum der chinesischen Küche auffahren.
Das Dinner ist der Hammer und ich kann nicht aufhören zu essen, obwohl ich pappsatt bin.

Auf dem Rückweg kaufen wir noch ein paar Äpfel für morgen und bereiten die letzten paar Sachen für die Abreise vor. Mein Koffer ist knallvoll und ich hab ein wenig Angst, Übergepäck zu haben, doch glücklicherweise passt es haargenau. 24.1kg wird die Waage am nächsten Tag bei der Gepäckaufgabe anzeigen, 23kg sind erlaubt. Ich habe keine Ahnung wie groß die Toleranz ist, aber mein Gepäck wird durchgewunken.

China 2019 – Tag 22 (16.02.19)

Joan muss heute wieder arbeiten und steht um 06:30 Uhr auf. Ich schlafe noch bis 08:30 Uhr, stehe aber dann auch auf um zu Frühstücken und zu Schreiben. Außerdem will ich den Tag möglichst effizient nutzen.

Als Erstes steht der Gearcheck auf dem Plan. Was habe ich mitgenommen und wie sinnvoll war das?

  • Grundsätzlich hat es an nichts gemangelt. Abgesehen von der Jacke, die ich mir in Shanghai gekauft habe, hat meine Kleidung gereicht. Einen Schal musste ich mir von meiner Freundin leihen, eine Mütze hat sie mir geschenkt und Handschuhe gab es von der Familie als Willkommensgeschenk.
  • Da wir nur sehr kurz in Xi’an waren, konnten wir dort nur 1x Wäsche waschen. Das 1. Apartment in Suzhou hatte keine Waschmaschine, sodass sich inzwischen doch ein mittlerer Wäscheberg angesammelt hat. Meine Freundin wäscht z.B. ihre Unterwäsche immer von Hand und ich habe es ihr gleichgetan. Auf diesem Wege kam ich dicke mit einer 5er Garnitur aus. T-Shirts haben mir sogar 4 gereicht.
  • Hosen war definitiv eine zu viel, eine zweite zum Wechseln reicht völlig. Selbst in Suzhou bei Starkregen und abends klatschnasser Hose, reicht ein Ersatz dicke. Das gleiche gilt für Pullover. 2 Ersatzpullis hätten auf jeden Fall gereicht, einen habe ich nicht einmal getragen.
  • Die Reiseapotheke war perfekt. Bis auf das Ibuprofen wurde alles irgendwie mal von irgendwem genutzt. Das Geloprosed hab ich 2-3 Tage abends eingenommen, als ich in Beijing die Erkältung hatte, damit ich mir nicht im Minutentakt die Nase putzen muss.
  • Der Punkt über den ich mir die meisten Gedanken gemacht habe: Die Kameraausrüstung. Die A99 mit angesetztem 28-135mm ist ein ziemlicher Brocken im Gepäck. Genutzt habe ich sie daher nicht so häufig und nur mitgenommen, wenn ich wusste, dass ich viel fotografieren werde, wie z.B. an der Great Wall. Die RX100 macht auch klasse Fotos hat aber den Nachteil, dass der Fokusbereich vom 0,01-0,6m auf 24mm, bzw. 0,2-2m auf 70mm sehr sehr knapp ist und man somit in den meisten Fällen kein vernünftiges Bokeh machen kann. Dafür passt sie in die Jackentasche und mit einem vollen Akku kam ich immer einen ganzen Tag aus. Das war dann auch der Grund, dass ich fast ausschließlich diese genutzt habe. Der Funktionsumfang ist ähnlich wie bei der Mittelklasse A Serie von Sony. Bedingt durch die kompakte Bauform ist leider manches nur über Menüs zu erreichen, was aber zu verschmerzen ist.
  • Bei meinem nächsten Besuch werde ich daher nur die RX100 und noch eine analoge SLR mit einigen Rollen Silbersalz 35 mitnehmen. Ich habe zwar die meiste Zeit zu Dokumentationszwecken fotografiert, aber gerade die Gärten laden dazu ein, Kunst zu betreiben und mit der Schärfentiefe zu spielen.
  • Der letzte Punkt ist das Stativ. Ich hatte es einmal dabei, als wir zu den Terrakotta Kriegern gefahren sind. Aufgrund von „too many people“ war ein fotografieren selbst ohne Stativ nur mit dem Handy möglich. Für alle anderen Fälle tat es auch ein Brückengeländer oder was gerade greifbar war. Zur Not halt ISO hoch und mit dem Stabi der A99 lässt sich im absoluten Notfall auch eine halbe Sekunde auf 70mm aus der Hand schießen.

Am frühen Nachmittag mache ich mich auf um Suzhou ein wenig auf eigene Faust erkunden. Außerdem möchte ich gerne ein chinesisches Bankkonto eröffnen um WechatPay und Alipay richtig nutzen zu können. Leider sagt mir die Mitarbeiterin in der ICBC, dass dies nur für Expats und nicht für Touristen geht.

Gut, ich mache mich auf zum Suzhou Olympic Sports Center, was eine Mischung aus Kaufhaus, Stadion, Fitness Center, usw… ist. Ein riesiger Komplex, wo es wirklich alles gibt. Ich erkunde das SZOSC für gut anderthalb Stunden, dann hat Joan Feierabend und wir suchen ein wirklich leckeres Hotpot Restaurant in der dritten Etage auf. Ja ich liebe Hotpot!

Danach zeigt mir Joan noch die Suzhou SIP Trainstation, von wo übermorgen mein Zug startet. Sie kümmert sich wirklich so fürsorglich um mich, einfach klasse!
Wir fahren nach Hause und entspannen den Abend ein wenig, denn sie muss morgen auch wieder arbeiten!

China 2019 – Tag 21 (15.02.19)

Joan steht sehr früh auf, um nach Shanghai aufzubrechen, ich schlafe in Ruhe aus und nach dem Packen schreibe ich ein wenig am Reisetagebuch und räume das Apartment noch ein wenig auf. Außerdem mache ich mir den ersten Kaffee seit gut zwei Wochen. Nachdem alles erledigt ist, karre ich unser Gepäck zu einem Café was von finnischen Auswanderern betrieben wird, um dort auf sie zu warten. Kaum habe ich mich auf den Weg gemacht, treffe noch den Nachbarsjungen, der mich wie alle Kinder hier mit weit aufgerissenen Augen anstarrt. Mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt und finde es auch nicht schlimm. Ich sehe halt anders aus und gerade Kinder finden das spannend. Ich nicke ihm zu und Grüße ihn, er strahlt und grüßt zurück!
Kaum habe ich mich mit dem Gepäck auf den Weg gemacht, steht er wieder da und drückt mir zum Abschied ein paar Gummibärchen in die Hand – wirklich nett!
Im Café trinke ich meinen ersten „richtigen“ Kaffee seit drei Wochen und lasse dabei ein wenig die Eindrücke der letzten Wochen Revue passieren während ich auf Joans Rückkehr warte.

Die Angestellten des Cafés empfangen mich sehr liebevoll und lassen mich unser Gepäck unterstellen, denn es regnet nach wie vor wie aus Eimern. Wir essen dort westliche Küche zu Mittag (mein erstes westliches Essen seit drei Wochen) und machen uns auf den Weg nach Suzhou SIP.

In der Oldtown ist kein Platz für ein Taxi, sodass ich die Koffer die guten 1,5km über das Kopfsteinpflaster zerren muss, ich hoffe die Rollen haben das gut überstanden.
Unser neues und letztes Domizil für diese Reise ist im 26. Stock eines Apartmenthauses im Suzhou Industrial Park, der modernen und großen Seite der Stadt.

Interessanterweise sind die Chinesen ziemlich abergläubig, wenn es um Zahlen geht, sodass es keine Stockwerke mit einer 4 gibt. Nach dem 3. kommt der 5. Stock, nach dem 13. der 15., usw… Das hat damit zu tun, dass die Aussprache von 4 [sì] ähnlich klingt wie Tod. Es gab auch irgendeine Zahlenkombination, die sich so anhört wie, „ich wünsche dir einen baldigen Tod“ sodass dies auch absolut tabu ist.
Am Abend fahren wir zu Joans Apartment, wo ich auch eine ihrer zwei Mitbewohnerinnen kennen lerne. Sie schafft schon mal einen Großteil ihres Gepäcks dorthin und ich nehme noch einige Dinge mit, die sie für mich gekauft hat. Langsam macht sich die Gewissheit breit, dass unsere Reise sich nun mit schnellen Schritten dem Ende nähert. So gern würde ich einfach hierbleiben… Es wird mir mehr und mehr klar, wie wenig ich aus meinem normalen Leben vermisse, erschreckend. Meine Familie und Freunde und natürlich auch meine Katzen, Wasser mit Kohlensäure, Leitungswasser nach deutscher Norm, unzensiertes Internet und da endet die Liste dann auch irgendwie schon.

Genug Trübsal geblasen, schließlich wollen wir die letzten beiden Tage noch genießen!
Wir kehren nach einem kurzen Abendessen zurück in unser Apartment, wo wir nach einer kurzen Maschine Wäsche und einer heißen Dusche müde ins Bett fallen. Ich träume von der Arbeit, kein gutes Zeichen!

China 2019 – Tag 20 (14.02.19)

Valentinstag! 😊

Wir entspannen den halben Tag und gegen Nachmittag machen wir uns auf zum Couples Garden. Dieser Garten wurde einstmals von einem verliebten Paar errichtet. Er ist nicht so pompös wie der Suzhou Garden, aber dennoch überraschend groß. Vor allem ist er nicht so gut besucht und wir können dort wirklich die Szenerie genießen. Später trifft eine Reisegruppe samt Fähnleinführer ein und wir beschließen uns einfach anzuschließen, da dieser einige Informationen bereithält, die selbst meine Freundin noch nicht kennt. Ich nutze die Zeit ein paar Fotos zu machen.

Im Anschluss gehen wir noch zur alten Stadtmauer von Suzhou und von dort wollen wir die große Bibliothek besuchen, wo wir auch just noch unser Abendessen einnehmen.

Ich kaufe mir eine Biografie von Albert Einstein (Meine späten Jahre) auf Deutsch mit einem chinesischen Vorwort und chinesischen Übersetzungen einiger Zitate.
Am Abend bereiten wir unser Gepäck für die Abreise am nächsten Tag vor. Meine Freundin hat morgens noch einen Termin in Shanghai und wird daher früh aufstehen, ich darf ausschlafen, muss dafür aber das ganze Gepäck schleppen. Ein fairer Deal wie ich finde.

China 2019 – Tag 19 (13.02.19)

Liquid Sunshine in Suzhou! Seit zwei Tagen regnet es unaufhörlich. Wir holen mein Zugticket für den Rückweg nach Shanghai am 18.02. ab und suchen uns ein leckeres Restaurant für das Abendessen. Im Anschluss schauen wir uns noch einen Film an. Ich bin sehr traurig, dass die Reise bald zu Ende sein wird.

China 2019 – Tag 18 (12.02.19)

Wir starten den Tag mit einem Frühstück in einem der lokalen Restaurants, da unser Apartment leider keine Küche, bzw. Fläche zum zubereiten von Speisen bietet. Wir haben insgesamt 5 Gerichte am Tisch und zahlen gerade einmal umgerechnet 6,50€ wo man in Deutschland vielleicht gerade ein belegtes Brötchen und eine Tasse Kaffee bekommt.


Nach dem Frühstück machen wir uns auf den Weg, einen der berühmten Gärten von Suzhou zu besuchen, den Lions Garden. Auf dem Weg sehen wir noch eins der typischen Boote, mit denen Touristenfahrten durchgeführt werden.

Die Gärten von Suzhou sind Teil des Unesco Weltkulturerbes, worauf man sehr stolz ist.

Was man in China unter einem Garten versteht, entspricht in Deutschland einem kleinen Park mit angeschlossenen Gebäuden. Schier endlos schlängeln sich steinerne Pfade zwischen großen steinernen Säulen und „Naturskulpturen“ welche aus einem See in der Nähe von Suzhou stammen. Diese Steine sind durch viele Jahre der Erosion im Wasser zu Skulpturen geformt und im Anschluss in den Gärten arrangiert worden. All dies ist mehrere hundert Jahre alt und die Gebäude, Pflanzen und Steine vermitteln einem das Gefühl, man wäre in die Vergangenheit zurückversetzt. Ich kann fast bildlich vor mir sehen, wie einstmals die Reichen und Mächtigen durch diese Gärten gewandelt sind und in einer der zahllosen Pagoden einfach das Geschehen auf sich wirken gelassen haben. Wir halten uns recht lange in dem Garten auf und meine Freundin, die besser ist als jeder Reiseführer, kann zu fast allem was wir dort sehen etwas erklären, einfach großartig!

Anschließend gehen wir zum Suzhou Museum, welches ebenfalls voll (so many people) ist, diese sich aber aufgrund der Größe weitestgehend verlaufen. Das Museum ist wirklich interessant und stellt wie alle Museen, die wir auf unserer Reise besucht haben, diverse, zumeist sehr gut erhaltene Relikte aus alten Dynastien aus. Was mich immer wieder fasziniert ist die Tatsache, dass dort Vasen, oder Karaffen stehen, die bis zu 1500 Jahre alt sind und aussehen als wären sie gerade erst erschaffen worden.

Auf dem Weg zum Museum. Liquid Sunshine in Suzhou!

Abends kehren wir in dasselbe Restaurant wie gestern ein und testen noch ein paar andere Leckereien (übrigens habe ich auf der Reise trotz des vielen guten Essens an Gewicht verloren, wahrscheinlich aufgrund der vielen Bewegung… :D).

China 2019 – Tag 17 (11.02.19)

Heute geht unser Flieger nach Shanghai und von dort geht es weiter nach Suzhou. Ich muss sagen, in den fünf Tagen, die ich in Shanghai war, hat mich die Stadt dermaßen verzaubert, dass ich es kaum erwarten kann, wenn ich das nächste Mal dort bin. Da wir heute beinahe den ganzen Tag damit zugebracht haben von Xi’an nach Suzhou zu gelangen, habe ich heute nur zwei Bilder gemacht und die sind auch noch vom Essen, ich schäme mich so sehr.

In Shanghai angekommen, holen wir mein Zugticket (Ausländer müssen ihr Ticket tatsächlich am Schalter holen) nach Suzhou und müssen noch gut eine Stunde auf den Zug warten. Die Wartelounge ist so voll, dass wir erst nach einer kurzen Wartezeit zwei Sitzplätze ergattern können. Der Zug nach Suzhou ist ebenfalls proppenvoll und ist mal wieder einer dieser komfortablen Hochgeschwindigkeitszüge, die pünktlich, schnell und leise sind. Man sitzt dort wie im Flugzeug, allerdings mit der Beinfreiheit der Business Class. Das Ticket kostet knapp 50 Yuan = 5 Euro. Dafür kommt sogar eine Stewardess mit Snackwagen und eine Reinigungskraft wischt ebenfalls einmal den Gang durch. Das Gleiche habe ich auch auf der Reise nach Beijing erlebt, wirklich Weltklasse!
Knapp 30 Minuten später hält der Zug in Suzhou Station und wir gehen zum Taxi Stand. Dort wird sich in einer sehr langen Schlange aufgestellt, auf der anderen Seite steht eine sehr lange Schlange von Taxen, die im Sekundentakt befüllt werden und losfahren. Unser Taxi ist ein VW Lavida? Keine Ahnung was das für ein Fahrzeug ist. Anscheinend ein Jetta mit langem Radstand.
Während wir durch Suzhou fahren, lässt sich schon erahnen, warum die Stadt „das Venedig des Ostens“ genannt wird. Zahllose Kanäle durchziehen die Stadt.
Nachdem uns der Fahrer abgesetzt hat, müssen wir unser Gepäck noch 10 Minuten durch enge gewundene Gassen schleppen, bis wir schließlich mit Hilfe einiger Anwohner unser Haus finden. Tatsächlich haben wir hier ein ganzes Haus nur für uns!

Es ist sehr liebevoll gestaltet und wirkt ein wenig japanisch angehaucht. Leider ist die Bude nicht isoliert und – habe ich erwähnt, dass es in der Region Suzhou, sowie in Shanghai keine Heizungen gibt? – bitterkalt! Der Vermieter hat einen elektrischen Heizstrahler schon eingeschaltet, der allerdings nur bedingt Linderung verschafft. Wir schalten die Heizung der Klimaanlage dazu, sowie den Heizlüfter im Bad, welches nur durch ein paar Glasscheiben vom Wohnraum abgetrennt ist, und damit schaffen wir es tatsächlich bis zum nächsten Mittag, zumindest den Schlafraum auf erträgliche Temperaturen zu bekommen. Trotzdem ist das Apartment irgendwie toll. Ich liebe die Deko und mit Doppelverglasung und etwas Isolierung wäre das Ganze sicherlich auch richtig wintertauglich. Der einzige Wermutstropfen bleibt die fehlende Trennung zwischen Bad und Wohnraum, was einen Toilettenbesuch recht abenteuerlich macht, möchte man den / die andere(n) nicht unnötiger Geruchsbelästigung aussetzen.

Nach dem Auspacken machen wir uns auf den Weg durch die engen Gassen zur Eigentlichen Attraktion von Oldtown Suzhou, der Marktstraße, die an einem der Kanäle liegt. Es ist wirklich atemberaubend schön, es reihen sich Geschäfte für die verschiedensten Objekte an Restaurants aller Couleur. Es ist, wie auch in Shanghai, alles sehr sauber. Alle 100 Meter sieht man einen Straßenreiniger seine Arbeit verrichten und dies geht bis spät in die Nacht so weiter. Der Kanal ist total schön beleuchtet und die alten Gebäude mit der um 2010 modernisierten Uferpromenade, die sich nahtlos in den alten Stil einfügt.

Wir suchen uns ein gutes Restaurant, in dem sogar traditionell gewandete Musiker auftreten, und essen gemütlich zu Abend, bevor wir auf dem Heimweg noch dem ein oder anderen Geschäft einen kurzen Besuch abstatten. In dieser Straße gibt es keine solche Touristenfallen, tatsächlich sind es eher lokale Läden in gehobenem Ambiente, die Möbel, Bilder, Dekogegenstände, etc… verkaufen.

China 2019 – Tag 16 (10.02.19)

Leider hat uns das Wetter einen gehörigen Strich durch die Rechnung gemacht. Der Reiseleiter ruft um 05:40 Uhr an und verkündet, dass die Busfahrt wegen „heavy snow“ mindestens vier Stunden dauern würde und es dann noch nicht einmal sicher ist, ob wir überhaupt auf den Berg hinauf können. Wir beratschlagen kurz, werfen einen Blick aus dem Fenster und beschließen im Bett zu bleiben. Der Reiseleiter ruft erneut an und wir verkünden, dass wir heute fernbleiben. Er sagt, von den 8 Familien die er bisher angerufen hat, haben 7 beschlossen es uns gleich zu tun.
Wir vertrödeln den Tag gemütlich im Bett und schauen ein paar Filme. Außerdem sehen wir uns einen Vlog über einen Deutschen, der in Shanghai lebt (Afu) an, er spricht (für mein Ohr) wirklich perfekt chinesisch und dieser Vlog dreht sich um Xi’an. Er beschreibt eine Straße, wo man viele gute Leckereien findet. Wir schauen uns kurz an und in 10 Minuten stehen wir unten und warten auf das Taxi.

Schnee in Xi’an

Die Straße ist wirklich ziemlich urig und ich glaube ich war dort seit langem der Erste nicht Chinese… Wir essen gut, doch leider ist Joan etwas von dem Essen auf den Magen geschlagen, sodass wir bei Zeiten wieder nach Hause fahren. Komisch, normalerweise bin ich der mit dem empfindlichen Magen, aber in China geht irgendwie alles rein, ohne Probleme. Vielleicht ein Zeichen… 😀

Im Apartment angekommen packen wir unsere Sachen, denn morgen geht es leider schon zur vorletzten Station unserer Reise.
Abschließend bleibt zu sagen, dass Xi’an extrem interessant ist, wir nie wieder während dem Spring Festival dort hinfahren werden, wir jedem empfehlen Xi’an einmal während dem Spring Festival zu besuchen und auf jeden Fall wiederkommen wollen. Vielleicht in 2-3 Jahren.

China 2019 – Tag 15 (09.02.19)

Heute haben wir den Tag frei um Xi’an zu erkunden. Da das Wetter voll nicht so gut ist und wir auch aus unerfindlichen Gründen heute keine Lust auf so many people um uns haben, beschließen wir, erst gegen frühen Nachmittag das Museum zu besuchen.
Und das Martyrium beginnt von Neuem! Alle Menschen, die gestern bei der Terrakotta Armee waren, haben beschlossen „Hey, heute gehen wir mal entspannt ins Museum, da ist sicher nix los!“

Hier konnten wir immerhin ein paar nahe Blicke auf Teile der Terracotta Armee werfen. Auch wenn es sich bei den Reitern natürlich um eine Replik handelt.

Das war der erste Tag in meinem Urlaub, wo wir beide echt ein wenig genervt waren. Warum so many people? ^^ Wir kaufen auf dem Rückweg noch ein paar Dinge ein. Abends gelüstet es meine Holde nach Reis, sodass wir ein entsprechendes Restaurant in einem Einkaufszentrum aufsuchen.

Wir wollen früh ins Bett, denn morgen geht es wieder früh mit dem Bus auf den Berg!